Information zur Endometriumablation
(Verödung der Gebärmutterschleimhaut)

Bei der Endometriumablation oder Menolyse handelt es sich um einen Eingriff, dessen Ziel es ist, durch Verödung der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) therapieresistente Blutungsstörungen zu beseitigen, die bisher nur durch eine Hysterektomie, d.h. durch eine Gebärmutterentfernung behandelt werden konnten.

Seit Einführung der Endometriumablation durch Goldrath 1981, der dafür den Nd:yag-Laser verwendete, sind mehrere Methoden zur Endometriumablation entwickelt worden, die in der folgenden Tabelle aufgeführt werden.

Resektoskop / Rollerball / Spike Elektrode
Sog. "klassische Methoden". Als Distensionsmedium wird elektrolytfreie Flüssigkeit verwendet. Eine exakte Flüssigkeitsbilanzierung ist nötig, um das sog. "Fluid-Overload" zu  vermeiden. Potentielle Gefahren durch die Verwendung von monopolarem Strom.

Bipolares Netz "Goldnetz" (Novasure®)
Kein Distensionsmedium. Technisch ausgefeiltes Einmalinstrument, dass zurzeit möglicherweise die höchste Amenorrhoerate aufweist. Als einzige Methode erfordert die Verwendung des Novasure-Systems keine GnRH-Vorbehandlung.

Ballonmethoden (Thermachoice®, Cavatherm®)
Kein Distensionsmedium erforderlich. Einmalinstrumente, bei denen erhitzte Flüssigkeit oder auf dem Ballon aufgebrachte Elektroden das Endometrium veröden.

Nd:yag-Laser
Distensionsmedium: Flüssigkeit oder Gas. Der gesamte Uterus wird Bahn für Bahn mit der Nd:yag-Laserfaser abgefahren. Teures Lasergerät. Die Methode wird nur in wenigen Zentren angeboten.

Hydrothermablation
Verödung des Endometriums durch kontrolliert zirkulierende, erhitzte Flüssigkeit im Uteruscavum. Scheidenverbrennungen möglich. Ergebnisse uneinheitlich.


Erfolgsraten
Erfolgsraten der einzelnen Methoden zu beziffern, ist sehr schwierig. Dies ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass die untersuchten Kollektive hinsichtlich des Alters der Patientinnen, der Uterusgröße, dem Vorhandensein von Myomen und auch durch unterschiedliche Vorbereitungsmethoden zur Endometriumablation zu uneinheitlich sind. Die Nachbeobachtungszeiten variieren erheblich. Man kann davon ausgehen, dass 80 – 90 % der Patientinnen mit dem Ergebnis der Endometriumablation zufrieden sein werden. Die Amenorrhoeraten sind stark altersabhängig und können zum Teil deutlich über 50 % liegen. Ablationsversager finden sich vor allem bei einer vergrößerten Gebärmutter, einer ausgeprägten Myomatose sowie bei der Adenomyosis uteri.

Vordiagnostik
Die Endometriumablation sollte grundsätzlich zweizeitig erfolgen. Blutungsstörungen müssen zunächst durch eine Hysteroskopie und Abrasio (Histologie) abgeklärt sein. Vorstufen des Endometriumkarzinoms gelten als Kontraindikation, ebenso eine Uterusgröße > 12 cm, multiple submuköse Myome, die nicht zu entfernen sind oder eine Adenomyosis uteri. Einzelne submuköse Myome oder Endometriumpolypen können häufig vor der Endometriumablation entfernt werden.

Vorbereitung
Je ausgedünnter das Endometrium ist, desto wirksamer ist die Endometriumablation. Um dieses Ziel zu erreichen, wird insbesondere bei  Frauen vor den Wechseljahren der Einsatz einer GnRH-Vorbehandlung empfohlen. Unserer Erfahrung nach genügt die ca. einen Monat (einen Zyklus) vor der Endometriumablation erfolgte einmalige GnRH-Gabe bei prämenopausalen Frauen, um ein zufriedenstellend vorbereitetes, weitgehend atrophisches Endometrium zu erreichen. Gleichzeitig schrumpft dabei auch die Gebärmutter. Hieraus resultiert eine kürzere Operationszeit und eine Verringerung des Risikos für das sog. "Fluid-Overload". Beim Novasure®-System kann auf die GnRH-Analoga-Vorbereitung verzichtet werden, da es bei diesem System nicht nur zu einer längeren Kontaktzeit mit dem Endometrium kommt, sondern gleichzeitig durch die Erzeugung eines Vakuums die Uteruswände an das System gesaugt werden.

Kosten
Aufgrund der rasanten Änderungen im Gesundheitssystem wird es immer schwerer, über die Kosten einer Behandlung eine allgemeine Auskunft zu geben. Generell ist es so, dass die sog. "klassischen Methoden" von den gesetzlichen Krankenkassen ohne Probleme bezahlt werden. Dieses liegt insbesondere daran, dass keine Einmalinstrumente benötigt werden. Alle Methoden, bei denen Einmalinstrumente benötigt werden, werden nur von Privat-Kassen gezahlt. Selbstverständlich können die Kosten für Einmalgeräte auch von den Patientinnen selbst getragen werden.